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FAQ - Was ich noch wissen möchte

Förderverein "Schule und Wintersport"

Sport, soziales Umfeld und Schule – drei Bereiche, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jeder Bereich stellt eigene, hohe Anforderungen an den Sportschüler bzw. die Sportschülerin, die sich zum Teil gegenseitig ausschließen.

Ein ähnliches Zerrbild zeigt sich beispielsweise in der Finanzwirtschaft: Hier spricht man von einem magischen Dreieck, der Unvereinbarkeit von Rendite, Liquidität und Sicherheit. So bietet der Markt beispielsweise Anlagen mit hohen Renditen jenseits von 15 % an, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man das zur Verfügung gestellte Vermögen nicht wieder bekommt. Der Anleger muss zwischen den verschiedenen Bereichen abwägen.

Ein Sportschüler muss ähnliche Entscheidungen treffen: Wie viel Zeit kann ich für den Sport opfern, damit die schulischen Leistungen nicht zu sehr leiden? Trainiere ich mich durch zu viele Einheiten in die soziale Isolation? Welche finanziellen Belastungen kann ich meinen Eltern zumuten, ohne im Wettkampf aufgrund des mäßigen Materials erfolgreiche Platzierungen einbüßen zu müssen?

Die Entscheidungen und Abwägungen nehmen mit Alter und Leistungsstand zu, ebenso wie die daraus abzuleitende Notwendigkeit, dem Sportschüler Hilfen anzubieten. Eine Möglichkeit, die Schüler zu unterstützen, stellt das Pilotprojekt „Partnerschulen des Wintersports“ in Verbindung mit dem Förderverein „Schule und Wintersport“ dar. Erleichterungen erfahren die Schüler hier beispielsweise bei der Terminplanung der Leistungsnachweise oder durch den Nachführunterricht, der hilft, Wissenslücken zu schließen.

Leistungssportförderung wirft jedoch auch die Frage auf, wer förderungsfähig ist: Wo beginnt Leistungssport, wo endet Sport als Hobby? Welcher Sportler ist begabt, gilt als Talent? Talentsuche ist immer eine Suche nach Leistungsauffälligen, leistungsauffällig durch Wettkampfresultate oder bestimmter sportmotorischer Merkmale. Als besonders talentiert gelten Nachwuchssportler, die Wettkampfleistungen schnell und nachhaltig steigern und darüber hinaus ihre „Förderbedingungen“ ökonomisch in Anspruch nehmen. Mit „Förderbedingungen“ wird v.a. das soziale Umfeld (Freunde, Eltern, Schule) angesprochen, das zu einem psychisch und somit auch physisch stabilen Sportler beiträgt. Bewerkenswert erscheint hier die Erkenntnis, Leistungsbedingungen ökonomisch einzusetzen.

Eine Entscheidung über die Förderungsfähigkeit im Rahmen des Pilotprojekts „Partnerschulen des Wintersports“ erfolgt in den Klassen 5-8 schlussendlich über die Verbände (Wettkampfergebnisse bzw. sportmotorischer Test). Nach der 8. Klasse erfolgt im Wesentlichen die weitergehende Förderung am „CJD Berchtesgaden“. Hauptargument für das CJD ist die Tatsache, dass von schulischer Seite mehr Ressourcen bestehen als in allen anderen PZW-Schulen in Bayern, so dass Fehlzeiten von 60 Tagen und mehr aufgefangen werden können. Ein weiterer Vorteil des CJDs ist, dass alle drei Schultypen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium, vertreten sind, so dass ein Schulartwechsel bei absinkenden Leistungen problemlos durchgeführt werden kann, ohne den Betreuungsort zu wechseln. Die Voraussetzungen, die an die Sportstätten gestellt werden, kann das CJD jedoch kaum erfüllen, so dass die Schüler viel Zeit durch den Transport zu den Trainingsstätten verlieren.

Bleibt der Sportschüler nach der 8. Klasse an einer unserer Schulen, so wird er durch das Partnerschulmodell und den Förderverein weiter unterstützt, vorausgesetzt, er ist „förderungsfähig“. Die Kriterien werden von Stützpunktleiter in Ruhpolding für den nordischen Bereich vorgegeben. Im alpinen Bereich gilt als Orientierung der Landeskader bzw. eine einstimmige Empfehlung der Vereine. Klare Förderkriterien bedeuten auch für Eltern Planungssicherheit und Transparenz, v.a. wenn die Kinder auf eigenen Wunsch an der Achental-Realschule sind.

Hilli Stephan und Andreas Bogner
PZW-Leitung