Staatsanwaltschaft

Im Namen des Volkes

Einen interessanten Einblick in den Aufgabenbereich einer Staatsanwältin für Jugendstrafsachen bot Frau Lisa Österle den Schülerinnen und Schülern der 9. Jahrgangsstufe. 

Frau Österle ist zuständig für die Region Traunstein/ BGL und berichtete aus der Praxis im Jugendstrafrecht. Sie ergänzte damit die Theorie, die im Fach Wirtschaft und Recht bzw. BwR IIIa im Unterricht behandelt worden war.
Gleich zu Beginn stellte sie klar: „RTL-Sendungen haben mit der Realität in der deutschen Justiz nichts zu tun.“
Etwa 120 neue Fälle kommen pro Monat zur Bearbeitung auf ihren Schreibtisch, vom Ladendiebstahl bis zum Raubüberfall auf eine Tankstelle. Wie sind diese bei Jugendlichen zu ahnden?
Die Staatsanwältin erklärte den besonderen Erziehungsgedanken im Jugendstrafrecht, wo neben Geld- oder Freiheitsstrafe theoretisch alles möglich ist. Für Erheiterung sorgte z.B. die Praxis eines Jugendrichters, ein Gedicht auswendig lernen zu lassen als besondere Weisung.
Frau Österle beschrieb den sogenannten Freizeit- oder Jugendarrest als Zuchtmittel im Jugendbereich. Außerdem zeigte sie den Schülerinnen und Schülern ihre Robe als Arbeitskleidung und die beeindruckende Gesetzessammlung, die bei der Bearbeitung der Fälle herangezogen wird.
Betroffenes Schweigen herrschte als sie von möglichen körperlichen Folgen vermeintlich harmloser Schlägereien erzählte. Diese Taten werden relativ streng bestraft, auch wegen der Außenwirkung.
Die Schüler durften auch Fragen stellen, die von der Expertin ausführlich und kompetent beantwortet wurden. Dass ein gefälschter Ausweis, der zum Eintritt in einen Club verhelfen soll, gleich ein Urkundsdelikt ist, war nicht allen bewusst…

E. Thoma für die Fachschaft Wirtschaft