Theaterworkshop mit den Schauspielern Judith Hoersch und Adrian Topol

 

Die aus Film und Fernsehen bekannten Schauspieler Judith Hoersch und Adrian Topol besuchten die Achental-Realschule und führten zusammen mit der Klasse 6 b und Schülern aus der uruguayischen Partnerschule, der Deutschen Schule Montevideo, einen zweitägigen Theaterworkshop durch. Beim Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungs¬politik hatten die Schüler den sogenannten Hoffnungsträgerpreis gewonnen, der von der Hilfsorganisation CARE gestiftet worden war.
Nach dem gegenseitigen Kennenlernen zeigte zunächst Thomas Knoll von CARE einen Filmbericht über die Preisverleihung im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Dann stellte er mit einem Film kurz die Entstehung und die heutigen Aufgaben von CARE vor. Judith Hoersch führte die Schüler anschließend gleich in die „Schauspielschule“ ein: Genau wie das auch richtige Schauspieler tun, so übten die Kinder spielerisch ihre Konzentration und ihre Achtsamkeit auf den anderen. Viel Freude machte das Spiel Tableau. Die deutschen und uruguayischen Schüler spielten, sie seien auf einem sehr instabilen Untergrund und müssten so als Gruppe bei jeder Bewegung auf dem Tableau eine ausgleichende Gegenbewegung machen, um das gemeinsame „Gleichgewicht“ zu halten. Alle mussten sich gegenseitig im Auge behalten und konzentriert auf die anderen eingehen. Weitere Spiele zur Vorstellungskraft und zur Wahrnehmung brachten die Schüler beider Länder einander noch näher. Gemeinsam zeigten sie in einer anderen Übung, dass sie zu einander Vertrauen haben (… oder haben da nicht doch ein paar „Blinde“ geblinzelt?) Schnelligkeit und hohes Reaktionsvermögen waren gefragt bei einem Training zu Aktion und Reaktion. Der erste Tag wurde abgerundet mit dem Spiel „Wir bauen eine Maschine“: Wie in einer Maschine mussten alle Kinder, so wie Bauteile auch, gut zusammenspielen, damit das Ganze überhaupt funktionieren kann. Teamarbeit und Abstimmung miteinander waren ganz wichtig. Bis jetzt haben sich die Kinder noch gar nicht als Schauspieler gefühlt und doch haben sie viel über Grundlagen und Grundvoraussetzungen der Schauspielerei erfahren. Ein großes Erlebnis, das die Spannung auf den zweiten Tag noch steigerte.
Mit Übungen zur Präsenz begann der zweite Tag, der der szenischen Darstellung galt. Gemeinsam improvisierten Uruguayer und Deutsche Szenen, die nur zum Teil vorgegeben waren. Sehr viel Spaß machte es, wenn zwei „Schauspieler“ gemeinsam eine Figur spielten, wobei der eine mit seinen Händen die Gestik des anderen übernehmen sollte. Höchste Konzentration erforderte das Spiegel-Spiel: Zwei Kinder sollten sich nahezu synchron vor einem imaginären Spiegel bewegen, ohne dass erkennbar wird, wer führt und wer spiegelt. Bei weiteren Improvisationsspielen wurde deutlich, dass sich Uruguayer und Deutsche jetzt viel vertrauter miteinander waren: Sogar wenn sie verschiedene oder Fantasiesprachen redeten, sie „verstanden“ einander auch so. Zum Abschluss des Theaterworkshops zeigten Schüler der 6. Und 7. Klassen ihr können im Platteln und Dirndl-Drah´n, bevor jeder Teilnehmer mit einer Urkunde ausgezeichnet wurde. Vielen Dank für den tollen Workshop und auch für das harmonische Zusammenspiel mit den Schülern und Lehrern aus unserer Partnerschule in Montevideo!

 

Thomas Winkler